1974

Highlights 1974
Angelverein wird „eingetragener Verein e.V.“
Viertes Backfischfest
Hochseeausflug nach Ijmuiden / Nordsee

Generalversammlung 12.01.1974

Anfang Januar fand im Gasthaus „Zum Alten Ludwigstal“ unsere Generalversammlung statt. Sportfreund Nunheim begrüßte die 28 anwesenden Mitglieder. Der bisherige erste Vorsitzende Roland Nunheim wurde in seinem Amt für zwei weitere Jahre bestätigt. Für die Durchführung des Backfischfestes 1974 stimmten 11 Sportfreunde dafür, 6 dagegen und es gab 5 Enthaltungen. Bereits in der letzten Generalversammlung wurde angeregt, dass der Verein als gemeinnütziger Verein anerkannt werden sollte. Deshalb wurde nun eine weitere Satzungsänderung vorgeschlagen. Der zugehörige Satzungsentwurf wurde von den Mitgliedern angenommen. Die Satzungsänderung wurden vom Amtsgericht und vom Finanzamt anerkannt, sodass sich unser Verein nun „Sportanglerverein Schriesheim 1966 e.V.“ nennen darf.

Link zur neuen Satzung

Mathaisemarkt-Festzug

Der erste Vereinseinsatz wurde beim Mathaisemarktfestzug geleistet. Verkleidet als „Vater Rhein“ hätte keiner der Zuschauer unter einem dicken Bart aus Hanf unseren Sportfreund Werner Keuthen vermutet. Doch was des einen Freud ist des anderen Leid… und gepeinigt von stark einsetzenden Hautreizungen im Gesicht musste unser Sportfreund Keuthen während des gesamten Festzugs bestimmt genügend Leid ertragen. Seine Erfahrung nach Ende des Festzugs: Nie wieder einen Bart aus Hanf, der zuvor mit Leinöl getränkt war.

Viertes Backfischfest 03.-05.05.1974

Dass man bei den Schriesheimer Anglern gut aufgehoben und gut bewirtet wird, zeigte sich auch diesmal, denn wir konnten mit dem Erfolg des Festes voll zufrieden sein. Die Fischliebhaber wurden wieder mit Forellen, Blaufelchen, Merlan und Seelachsfilets verwöhnt. Sehr erfreulich war übrigens die gute Beteiligung beim Zeltaufbau. Hoffentlich bleibt es in Zukunft auch so.

Helferabend 25.05.1974

Alle aktiven Helfer beim Backfischfest wurden Ende Mai zum Helferabend ins Gasthaus „Zur Rose“ eingeladen. Für die musikalische Unterhaltung sorgte unser „Knochenrüttler“ Walter Schenk. Alle hungrigen Angler*innen konnten sich mit Wildhasenkeule oder Jägerbraten verwöhnen lassen.

Senioren-Ausflug nach Ijmuiden 15.-17.06.1974

Erstmals in der Vereinsgeschichte gab es mit 30 fischhungrigen Anglern einen Ausflug an die Nordsee nach Ijmuiden. Die Abfahrt von Schriesheim aus erfolgte sehr pünktlich, denn keiner wollte die Abfahrt versäumen. Gut ausgerüstet, aber nicht ausgeschlafen, erreichten wir morgens gegen 05:00 unser Ziel. Leider waren die Zimmer zu diesem Zeitpunkt noch nicht bezugsfertig, sodass wir uns auf der Starße umziehen mussten.

Um 08:00 stachen wir in See, obgleich mancher lieber ein Bett als das Meer gesehen hätte. Deshalb war es auch nicht verwunderlich, dass einige Sportfreunde mit den Wellen zu kämpfen hatten. Insbesondere die auf dem Kutter angebotene heiße Suppe sorgte bei manchen Sportfreunden zu starkem Brechreiz. Die Ausbeute war am ersten Tag sehr gering, am zweiten Tag kam jedoch jeder auf seine Kosten, da die Makrelen zeitweise sehr gut anbissen.

Am Sonntagabend fuhren wir nach Amsterdam, um einen Rundgang durch die Stadt zu machen; hier gab es viel Sehenswertes zu beschauen. Montagabend erreichten wir wieder Schriesheim und somit wieder festen Boden unter den Füßen. Diese Nordseefahrt war bestimmt für jeden ein Erlebnis.

Familienausflug 30.06.1974

Alle interessierten Mitglieder und deren Familienangehörige waren Ende Juni zu einer Dampferfahrt auf dem Neckar gratis eingeladen. Die Fahrt ging von Heidelberg nach Eberbach und zurück. Es war ein Ganztageserlebnis von 09:00 bis 18:00.

Familienabend 30.11.1974

Die Anglerfamilie traf sich wieder im Gasthaus „Zur Rose“ zum traditionellen Familienabend. Bandleader Walter Schenk sorgte wieder für den musikalischen Rahmen. Als einmalige Attraktion wurde die Uraufführung des Fischereilehrfilms „Bergsträßler als Makrelentruppe in Ijmuiden“ vorgeführt. Neben den Ehrungen unserer erfolgreichsten Angler gab es natürlich auch wieder eine reichhaltige Tombola.

Für Unterhaltung war reichlich gesorgt.Sportfreund Werner Dreischke erinnerte uns in lustigen Versen an unseren Hochseeauflug nach Holland, wobei er den Kapitän, sowie den ersten Schiffkoch „Goofy Goofy“ nichtvergaß. Fritz Walter brachte mit seinen Büttenreden die Bauchmuskeln in Bewegung und man konnte sagen, selten so gelacht zu haben wie an diesem Abend.

Die „SAV-Redaktion“ überraschte die Gäste dann noch mit einer Sammlung von Stilblüten des Vereins. Doch zunächst gab es erst noch ein paar Ratschläge. Und das begann damals so…

Vorbeugende Ratschläge an die Angler und solche, des es werden wollen:

Wenn mancher hier durch den Kakao
mit langen Ketten wird gezogen;
so macht´er tüchtigen Radau
und sag`: „Es ist gelegen“
.
Wer weder Spaß noch Scherz versteht,
der leg dies Heft zur Seite;
wer fromm nur seine Augen dreht,
der suche schnell das Weite.
Wir respektieren die Person
und wollen Keinen kränken;
doch sagen wir die „Wahrheit“ schon,
man muss uns Glauben schenken.
Wenn Dir die Zeitung nicht gefällt,
– die Tochter unsrer Muse-,

dann räumen wir dir gern das Feld,
das nächste Mal machst Du ´se.
Wühle nun in dieser Zeitung,
manch´ Erlebnis steht darin;
von dem Angler – und seiner Leistung,
zur Erinnerung nehmt sie hin.

Und jetzt kommen die Stilblüten des SAV Schriesheim:

Wär´n doch die Fische musikalisch,
da würd´ er stellen seinen Mann,
sie würden beißen ganz fanatisch
weil er doch so gut singen kann
.

Doch leider geht er lieber singen,
vielleicht ist er sehr wasserscheu;
er braucht ja nicht gleich reinzuspringen,
schon mit zu fischen wäre neu
.
W. Held
Er würde vieles darum geben,
wenn er nicht so vergesslich wär´;
es wär`ein wunderschönes Leben, 

kein Mensch wär´auf ihn böse mehr.


Erst neulich ist ihm was passiert,
er hatte vergessen, uns anzumelden;
die Mannschaft war zwar hinmarschiert;
da standen sie, die armen Helden.
R. Knopfe
Der Fritz ist Ehrgeiz in Person,
das haben alle schon gespürt,
fühlt sich schon auf den Königsthron,
wenn er`s Gerät an`s Wasser führt.


Die Karre war`s und nicht der Fritz,
das merkte auch Poseidon
seit zwei Jahren ist er abgeblitzt,
drum ist er jetzt auch still schon.
F. Walter
Vor zwei Jahren fing er bei uns an,
er kannte nur die Fisch` vom Laden;
heut´ stellt er auch schon seinen Mann,
fasst an sogar die Maden.

Nur schade, dass der Fisch nicht bellt,
wie bei ihm sonst die Hunde;
er hätt´ schon wesentlich mehr gestellt
und führte an die Runde.
H. Lenz
Brauchst Du ´nen Treiber und kein Schaffer,
dann heu´re Dir den Rudolf an;
bekannt ist doch bei allen Gaffern,
ein Treiber schafft mehr als zehn Mann.
R. Krückel
Ganz früher ging er immer mit,
heut´ fischt er nur noch wenig;
er ist ganz sicher außer Tritt,
wenn auch schon einmal König.

Wenn jemand mal ´nen Witz gerissen,
dann ist es er, der selten lacht;
er fragt dann die, die´s  wissen müssen,
„hab ich denn ertwas falsch gemacht?“
K.-H. Werner
Am Wasser sich so richtig zu benehm´,
das fällt dem Gerhard doch sehr schwer,
denn schließlich gehört er zu´r Creme de la Creme,
und das befremdet alle sehr.

Einmal beim Fischen hatte er sich geplagt,
er dachte, jetzt hat ein Großer gebissen,
doch hat er den Sohn am Ohr nur gehakt,
uns hat es vor Lachen zerrissen.
G. Machauer
Als er einst an den Neckar ging,
um für das Fischen abzustecken;
passierte ihm ein tolles Ding,
das war bestimmt kein Zuckerlecken.

Er musste, das ist menschlich halt,
ganz schnell mal aus der Hose;
stand mitten drin im Sengelnesselwald
und heckte sich in Pose.


Doch plötzlich gab der Boden nach,
er fiel nach hinten um;
er klagte laut, oh weh und ach
und fand das ziemlich dumm.

Bläschen auf Bläschen, Blas auf Blas;
am Hintern sich aufreihte;
ihm machte es so gar kein´ Spaß,
doch uns bestimmt viel Freude.
W. Keuthen
Ich träumte, ich wär´ schon unterwegs in die Schweiz,
mit lauter edlen Genossen;
jedoch ich verspürte einen komischen Reiz,
als wir da war´n, kam es geschossen.

Ich fühlte mich wie im siebenten Himmel
als es graute, wurde ich wach,
im Kopf herrschte ein großes Gewimmel,
drei Tage lang war ich noch schwach.
R. Viel
Wir dachten schon, er kann nicht fischen,
doch diesmal hat er´s uns gezeigt;
er konnt´ uns keinen Bär´n auftischen,
wir sah´n, dass er kein´ Zauber treibt.

Man nannte ihn auch of „den Metzger“,
weil er mit Blut nur Fischen ging;
doch dies´ Jahr wurde er nicht Letzter,
das ist ein ziemlich tolles Ding.
H. Ams
Obwohl er war schon einmal König,
tut er fast nichts mehr für´n Verein;
wir finden das ein bisschen wenig,
und fragen uns, muss das so sein?
G. Möbus
Wenn Fischen ging einst der Verein,
da wurd´ der Start nicht angeschossen;
der Roland tat den Brunftschrei schrei´n,
wir haben´s oft genossen.

Beim letzten Wettstreit um den König,
da strengte er sich tüchtig an;
für uns war das sehr ungewöhnlich,
am Schluss war er mit vorne dran.

Nun ist er endlich Prinz geworden,
ganz stolz wirft er sich in die Brust;
sie ist geschmückt mit einem Orden,
der hätt´ schon lange drauf gemusst.
R. Nunheim
Als stiller Zecher und Genieser
ist Krämer´s Philip hier bekannt,
doch kann er sein auch ein ganz Fieser;
wenn er kommt außer Rand und Band.

Es war beim letzten Backfischfest,
der Kellner dacht´, es küssten ihn die Musen;
und fuhr darauf mit kühner Hand,
der Dame in den Busen.

Doch plötzlich schrie der Kellner auf,
verbrannt ward ihm die Pelle,
gedrückt ward ihm die Kippe drauf,
nur so „für alle Fälle“.
Ph. Krämer

Jahresprotoll 1974